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Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Dezember 2019

Harnwegsinfekte (durch Dauerkatheter) sind ein häufiges Problem in der stationären Langzeitpflege. Was dazu beitragen kann diese zu verhindern, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Forscher*innen von mehreren Universitäten in den USA veröffentlichten eine Studie, in der die Angemessenheit der Antibiotika-Vergabe bei Pflegeheimbewohnern, die an einer Infektion der Harnwege erkrankt waren, bewertet wurde. Anhand der Studienergebnisse konnte festgestellt werden, dass die Verschreibung von Antibiotika gegen Harnwegsinfekte verbessert werden kann.
Eine Studie, die von US-amerikanischen Forscher*innen der Universität von Michigan veröffentlichten wurde, untersuchte den Zusammenhang zwischen der Sicherheitskultur im Pflegeheim und der Katheter-assoziierten Rate an Harnwegsinfekten. Die Ergebnisse zeigten eine Reduktion von Harnwegsinfekten um 52% im Interventionszeitraum sowie zahlreiche Verbesserungen bei Sicherheitsmaßnahmen.
In einer Studie die von Forscher*innen verschiedener US-Universitäten veröffentlicht wurde, wurden ausgewählte Führungskräfte, die an der Einführung von Maßnahmen zur Reduktion von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen beteiligt waren, interviewt. Allgemein wurde das Programm von den Führungskräften aufgrund zahlreicher Verbesserungen gut bewertet, es wurde jedoch auch auf einige Herausforderungen hingewiesen.

Görres, S. & Gräf, C. (2019). Prävention von Harnwegsinfektionen. 12/19, S. 26-27. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Januar 2020

Ältere Menschen, vor allem aber Heimbewohner, sind aufgrund eines oft geschwächten Immunsystems und verminderter Funktionsfähigkeit besonders anfällig für akute Atemwegsinfektionen (AAI). Welche Interventionen dazu beitragen können eine AAI zu verhindern, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Eine Studie, die von US-amerikanischen Forscher*innen der School of Medicine an der Universität Colorado veröffentlicht wurde, untersuchte die Wirksamkeit von hochdosierten Vitamin-D3-Ergänzungsmitteln im Vergleich zu einer normalen Dosis von Vitamin D3 zur Prävention einer AAI in Langzeitpflegeeinrichtungen. Anhand der Studienergebnissen lässt sich erkennen, dass die Teilnehmer*innen der Hochdosisgruppe während des Beobachtungszeitraumes im Vergleich zu der Kontrollgruppe eine 40% geringere Inzidenzrate von AAI aufwiesen.
Forscher*innen aus Kanada veröffentlichten eine Studie, die die Wirksamkeit von Probiotika zur Verringerung von Influenza und anderen Atemwegsvirusinfektionen bei Bewohnern der Langzeitpflege untersuchte. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass 13 Personen in der Interventionsgruppe und 21 Personen in der Placebogruppe an respiratorischen Virusinfektionen erkrankten.
Eine Studie die von Forscher*innen des Medical Centre der Universität Nijmegen in den Niederlanden und der Flemish-Netherlands Geriatric Oral Research Group veröffentlicht wurde, untersuchte ob die tägliche Anwendung von 0,05 % Chlorhexidin-Mundspülung das Auftreten einer Aspirationspneumonie bei Pflegeheimbewohnern mit Dysphagie verringerte. Anhand der Studienergebnisse konnte nicht festgestellt werden, dass die Chlorhexidin-Mundspülung als Ergänzung zur täglichen Mundhygiene das Auftreten einer Aspirationspneumonie verringert.

Görres, S. & Gräf, C. (2020). Was hilft gegen Atemwegsinfektionen? 01/20, S. 32-33. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach 
Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Interessiertes Publikum auf der Fachtagung©Ingrid Darmann-Finck
Großes Interesse an bundesweit erstem Curriculum zur Generalistischen Pflegeausbildung nach PflBG und PflAPrV

Im Rahmen einer Fachtagung im Konsul Hackfeld Haus mit 190 Teilnehmenden aus dem ganzen Bundesgebiet stellten Sabine Muths und Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck sowie die Mitglieder der Curriculumarbeitsgruppe am 4. 12. 2019 das Bremer Curriculum  für die Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann vor. Das Curriculum, das in Bremen zugleich als Lehrplan erlassen wird, ist im Auftrag der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz innerhalb des letzten Jahres von der Abteilung Qualifikations- und Curriculumforschung am IPP in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen der Bremer Pflegeschulen entwickelt worden.
Das Curriculum basiert auf den rechtlichen Grundlagen des PflBG und der PflAPrV „Wir haben für die Erarbeitung des Curriculums auch auf Vorarbeiten aus den zahlreichen Curriculumprojekten zurückgegriffen, die wir seit 2003 durchgeführt haben“ berichtet Sabine Muths. „Im Unterschied zu den Rahmenlehrplänen der Fachkommission setzt das Bremer Curriculum stärker auf das Prinzip der Exemplarität und adressiert die konkrete Gestaltung von Lehr-/Lernprozessen“ erläutert Prof. Dr. Darmann-Finck. Insgesamt enthält das Curriculum 24 Lernfelder. Insbesondere wenn die Vorschläge zu Lernsituationen aus dem Nationalen Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz für die Pflege (NaKomm) aufgegriffen werden, kann das Bremer Curriculum mit vergleichsweise geringem Aufwand zu einem schulinternen Curriculum für die generalistische Pflegeausbildung weiterentwickelt werden. Es ist unter folgendem Link als Download erhältlich:  
https://www.gesundheit.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen69.c.12790.de

Contact:
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Mail: darmann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Community assessment booth at the shopping mall “Berliner Freiheit” in Bremen-Vahr© Benjamin Schüz
Public Health MA students (Health Promotion and prevention) conduct a community-based needs analysis with older adults in Bremen-Vahr

What are the needs for community-based health promotion for older adults? Often, this question is not so easy to answer – there is a lack of data from some groups of older adults. To overcome this issue, IPP students (MA Public Health, Health Promotion and Prevention) conduct a community-based needs analysis in close cooperation with local administration and neighbourhood community workers in Bremen-Vahr. Through personal assessment at selected places, focus groups and self-completion questionnaires, students aim at getting a more representative idea about community needs in Bremen-Vahr. First results are expected in February 2020.

Contact:
Prof. Dr. Benjamin Schüz
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Department 2
Mail: Benjamin.schuez@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

So werben die „Glückstifter“ um Personal

Der Betrag bei buten un binnen zeigt, wie derzeit darum geworben wird, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Unter anderem wird dabei auch auf eine ältere Studie von Prof. Dr. Stefan Görres (IPP) eingegangen, nach der 94% der Befragten aus dem 1. Ausbildungsjahr den Pflegeberuf trotz aller problematischen Rahmenbedingungen wieder wählen würden.
Sehen Sie den Beitrag von buten un binnen vom 3. 12.2019 unter: https://www.butenunbinnen.de/videos/werbung-pflegeberuf-100.html

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

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