Aktuelles Abteilung 4: Qualifikations- und Curriculumforschung

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck (stellvtr. Vorsitzende) und Prof. Gertrud Hundenborn (Vorsitzende) überreichen die Rahmenpläne an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey© BMG/Thomas Ecke
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck und Sabine Muths, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), sind Mitglieder der Fachkommission

Die Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz hat am 26. Juni 2019 die von ihr erarbeiteten Rahmenlehr- und Rahmenausbildungspläne für die neuen Pflegeausbildungen dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fristgerecht übergeben. Die Pläne wurden von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey in Berlin in Empfang genommen. Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck als stellvertretende Vorsitzende und Sabine Muths, beide Abt. 4 Curriculum- und Qualifikationsforschung des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen, waren als Mitglieder der Fachkommission maßgeblich an der Erarbeitung der Rahmenlehr- und Rahmenausbildungspläne beteiligt.   
Pflegeschulen und die Träger der praktischen Ausbildungen erhalten damit in Kürze konkrete Empfehlungen für die Ausgestaltung der neuen Ausbildungen.

Zum Hintergrund:
BMG und BMFSFJ haben die ehrenamtlichen Mitglieder der Fachkommission am 21. November 2018 für die Amtsdauer von fünf Jahren eingesetzt. Die Fachkommission hat die gesetzliche Aufgabe, Rahmenlehr- und Rahmenausbildungspläne (Rahmenpläne) für die neuen Pflegeausbildungen zu erarbeiten, die ab dem 1. Januar 2020 beginnen. Die Rahmenpläne enthalten konkrete Vorschläge für die inhaltliche Ausgestaltung der neuen beruflichen Pflegeausbildungen. Sie werden den Pflegeschulen beziehungsweise den Trägern der praktischen Ausbildung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Sie entfalten als Orientierungshilfe zur Umsetzung der Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung empfehlende Wirkung für die Lehrpläne der Länder und die schulinternen Curricula der Pflegeschulen.
Die Rahmenpläne sind laut Pflegeberufegesetz erstmals bis zum 1. Juli 2019 den beiden Ministerien zur Prüfung der Vereinbarkeit mit dem Pflegeberufegesetz vorzulegen. Nach der heutigen Übergabe werden sie entsprechend geprüft, um danach rasch den relevanten Akteuren zur Verfügung gestellt zu werden.
Die Mitglieder der Fachkommission sind ausgewiesene und praxiserfahrene Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten. Ihre Auswahl erfolgte anhand zahlreicher Vorschläge der Länder und der Fachverbände im Benehmen mit den Ländern. Vertreten sind Praktikerinnen und Praktiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Personen mit Erfahrung in der Lehrplanentwicklung. Die Besetzung spiegelt die verschiedenen Versorgungsbereiche der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wider.
Das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege sowie jeweils eine Vertreterin oder ein Vertreter der Arbeits- und Sozialministerkonferenz, der Gesundheitsministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz können beratend an den Sitzungen teilnehmen.
Die Rahmenpläne werden nach Prüfung online und in Druckform veröffentlicht.

Weitere Information und Fotos unter:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2019/2-quartal/fachkommission-pflegeberufegesetz.html

Kontakt:
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck
Universität Bremen
FB 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung
darmann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Einblicke in Themenschwerpunkte sowie zahlreiche laufende Projekte des IPP

Von Mittwoch bis Freitag, 8. bis 10. Mai 2019, versammelten sich beim 14. Bremer Pflegekongress erneut Vertreter*innen aus Praxis und Wissenschaft – darunter auch mehrere Vertreter*innen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) Bremen, die Einblicke in Themenschwerpunkte sowie zahlreiche laufende Projekte des IPP ermöglichten. Beim dreitägigen Kongress standen Austausch, Networking und Fortbildung im Fokus. Bereits die Eröffnungsveranstaltung des 14. Bremer Pflegekongresses und 13. DEWU Deutscher Wundkongress am vergangenen Mittwoch stieß auf großes Interesse. Insgesamt 4.264 Personen nahmen am dreitägigen Doppelkongress in der Messe Bremen und im Congress Centrum Bremen teil.

Aus der Abteilung Qualifikations- und Curriculumforschung beteiligten sich zahleiche IPP-Mitglieder mit Vorträgen und Moderationen im Themenschwerpunkt „Berufspolitik“. Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck gestaltete Sessions zur Personalbemessung in der Langzeitpflege sowie zur Pflegeausbildung 2020. An ihren Vortrag zur Gestaltung von schulischen Lehr-/Lernarrangements unter Berücksichtigung der neuen Pflegeausbildung- und Prüfungsverordnung knüpfte Sabine Muths mit der Vorstellung des Nationalen Mustercurriculums Kommunikative Kompetenz in der Pflege (NaKomm) an. Andreas Baumeister und Dr. Claudia Schepers gaben einen Einblick in die Möglichkeiten des Lehrens und Lernens mit mobilen Endgeräten im Pflegeunterricht aus der Perspektive des Projekts „Care Reflektion Online (CARO)“. Dieser wurde in der von Sebastian Patsch moderierten Session zur Pflegebildung ergänzt durch die von Claudia Einig dargestellte aktuelle Studienlage zur interprofessionellen klinischen Entscheidungsfindung mit Schlussfolgerungen für die Pflegeausbildung. Henrik Wiegelmann aus der Abteilung Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung brachte einen Vortrag zu neuen Konzepten in der Pflege mit Demenz ein. Prof. Dr. Heinz Rothgang aus dem benachbarten SOCIUM, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik sowie Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck (IPP,s.o.) ergänzten sich in einer gemeinsamen Session zur Personalbemessung thematisch mit Silke Böttcher aus der Abteilung Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung, die über erste Ergebnisse des Projekts StaVaCare 2.0 zum Care- und Case-Mix als Grundlage der Personalsteuerung in Pflegeheimen berichtete. Ricarda Möller, Studierende der Pflegewissenschaft an der Universität Bremen, gab in der Session „Proud to be a Nurse“ einen Einblick in die AG Junge Pflege im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. Und Joerg-Friedrich Gampper, Dipl.-Psych. und Lehrbeauftragter in den pflegewissenschaftlichen Studiengängen vertiefte in der Session zu Führungskulturen die „Transformationale Führung“ in ihren grundlegenden Wirkdimensionen in Bezug zu zeitgenössischem Führungsverhalten.
Der Termin für den nächsten Doppelkongress steht auch bereits fest: 2020 finden der DEWU Deutscher Wundkongress und der Bremer Pflegekongress von Mittwoch bis Freitag, 6. bis 8. Mai, statt.

Kontakt:
Andreas Baumeister
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Abteilung Qualifikations- und Curriculumforschung
Universität Bremen
Mail: baumeister@uni-bremen.de
https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-4-qualifikations-und-curriculumforschung/

Veranstaltung bietet Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Forschung zur Pflegeausbildung

Einer von 100 Lernsalons, die anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der Bremer Volkshochschule angeboten wurden, fand auch im Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Uni Bremen statt! Am 19. März um 18 Uhr kamen ca. 10 Interessierte in den Räumlichkeiten der Universität zusammen und ließen sich von Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck über die generalistische Pflegeausbildung informieren. Mit eigenen mobilen Endgeräten konnten sie außerdem hautnah erleben, wie Lernprozesse in der Pflegeausbildung digital unterstützt werden können.

Weitere Informationen zu den VHS-Lernsalons:
www.vhs-bremen.de/themen/besondere-events/lernsalons/

Kontakt:
Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Abt. Qualifikations- und Curriculumforschung
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck
Hochschullehrerin
darmann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-4-qualifikations-und-curriculumforschung/

Von links nach rechts: Gertrud Stöcker, Axel Wecht und Axel Doll (Mitglieder der Steuerungsgruppe), Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Sabine Muths und Sebastian Partsch (Projektteam), Dr. Jutta Semrau (Bundesministerium für Gesundheit)© Ingrid Darmann-Finck
Datenbank mit Lernsituationen zur Förderung der kommunikativen Kompetenz in der Pflege steht ab sofort online zur Verfügung

Auf einer Fachtagung im Hotel Atlantic in Bremen wurde am 11. Und 12. Februar das Nationale Mustercurriculum „Kommunikative Kompetenz in der Pflege“ (NaKomm) vorgestellt, das in den letzten drei Jahren von Prof.in Dr. Ingrid Darmann-Finck, Sabine Muths und Sebastian Partsch am Institut für Public Health und Pflegeforschung (Abt. 4) entwickelt wurde. Das im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführte und über den Nationalen Krebsplan geförderte Projekt stieß auf begeisterte Resonanz. Frau Dr. Jutta Semrau (BMG), Frau Senatorin Prof. Dr. Quante-Brandt und Gertrud Stöcker (DBR) würdigten das NaKomm in ihren Grußworten. Die 160 Teilnehmenden erhielten einen intensiven, zum Teil eher theoretischen, z. T. praktischen Einblick in die 45 im NaKomm enthaltenen Lehr-/Lernsituationen und in die Nutzungsmöglichkeiten. Die Datenbank steht interessierten Lehrerinnen und Lehrern ab sofort unter http://nakomm.ipp.uni-bremen.de als Best Practice Beispiel zur Integration in schulinterne Curricula kostenfrei zur Verfügung.

Ingrid Darmann-Finck© Ingrid Darmann-Finck
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Die aus elf Mitgliedern bestehende Fachkommission ist ein neu geschaffenes Gremium auf Bundesebene. Sie hat die Aufgabe, Empfehlungen für die Erarbeitung von Rahmenlehr- und Rahmenausbildungsplänen auf Grundlage der in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV 2018) beschriebenen Kompetenzen zu entwickeln. „Nachdem wir bereits an der Erstellung der PflAPrV mitgearbeitet haben, sehen wir in der Fachkommission die Gelegenheit, stärker curriculare Grundsätze und die Umsetzung an den Pflegeschulen und Praxiseinrichtungen mitgestalten zu können. Hier können wir unsere Erfahrungen aus 15 Jahren curricularer Arbeit mit Pflegeschulen einbringen“ kommentiert Darmann-Finck.  

Mehr: Die Auswahl der Mitglieder der Fachkommission erfolgte auf der Basis von Vorschlägen aus den Ländern und aus Fachverbänden. Die Amtsdauer der Mitglieder beträgt fünf Jahre. Weitere Informationen können der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entnommen werden (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/pflegeberufegesetz/fachkommission-nach-dem-pflegeberufegesetz.html ). 

Die Studierenden Chiara von Perger, Tobias Bleckwehl, Kirsten Büsselmann© Andreas Baumeister
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen des IPP organisieren studentischen Fachtag an Bremer Pflegeschulen

Die Studierenden des Studiengangs ‚Pflegewissenschaft – dual‘ präsentierten im November die Ergebnisse ihrer ersten Hausarbeit an den mit der Universität Bremen kooperierenden Pflegeschulen im Land Bremen. Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung, IPP Bremen haben die Studierenden bei ihren Projekten begleitet und betreut. Seit einigen Jahren gibt es im Studiengang ‚Pflegewissenschaft – dual‘ für das Seminar ‚Einführung in die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens‘ das Konzept, welches zum Abschluss des Uni-Seminars die Präsentation der studentischen Ergebnisse in Form eines öffentlichen Vortrages vorsieht. Entwickelt wurde dieses Lehr- und Lernformat im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten  ForstA-Projekts (Forschend studieren von Anfang an). Im SoSe 2018 wurde dieses Seminar von Claudia Einig und Lisa Schumski, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP, durchgeführt.

Der studentische Fachtag ist für die Studierenden eine sehr gute Gelegenheit, die eigenen Erfahrungen aus der Pflegepraxis mit den ersten erlernten wissenschaftlichen Grundkenntnisse in Einklang zu bringen. Für die Lernenden und die Lehrenden an den kooperierenden Pflegeschulen ist der Fachtag eine willkommene Möglichkeit, Einblick in den Studiengang ‚Pflegewissenschaft – dual‘ zu erhalten.

Gleich fünf Bremer Einrichtungen, die Altenpflegeschule des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik e.V. (ibs), das Integrative Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe des Klinikums Bremen-Nord und des Klinikums Bremen-Ost, das Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe (BZfG) Klinikum Bremen-Mitte, die Bremer Krankenpflegeschule der freigemeinnützigen Krankenhäuser e. V.  sowie die Schule für Altenpflege der Bremer Heimstiftung nahmen in diesem Jahr mit hohem Interesse und viel Engagement am Fachtag teil.

Die jeweiligen Fachvorträge an den Pflegeschulen wurden von den IPP-Mitarbeiter*innen Andreas Baumeister, Claudia Einig, Dr. Dirk Peschke, Dr. Claudia Stolle und Lisa Schumski moderiert.

Themen der studentischen Fachvorträge waren beispielsweise:

  • Pflege von Menschen mit Demenz im Allgemeinkrankenhaus (Umgang mit herausforderndem Verhalten) - Vorstellung eines Konzepts und Betrachtung auf Anwendbarkeit

  • Die Auswirkung des Konzepts der Bezugspflege im Vergleich zum Konzept der Funktionspflege auf die Arbeitszufriedenheit von Pflegefachpersonen in Akutkrankenhäusern

  • Angehörige in der Sterbebegleitung: Wie können professionell Pflegende im hospizlichen Bereich Angehörige in der Sterbebegleitung unterstützen?

  • Die Auswirkung des Bewegungskonzeptes nach Bobath auf den Muskeltonus und die Motorik bei an Schlaganfall erkrankten Menschen mit Hemiparese, Hemiplegie oder Spastik


Das Publikum war an den Vorträgen sehr interessiert und die Zuhörer*innen baten zu ausgewählten Themen um weiterführende Materialien. Die Vertreter*innen des IPP begrüßen den  gelungenen Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Pflegeschulen und der Universität. Zudem geben die interessanten, fachlich und methodisch sehr gut aufgearbeiteten Themen der Studierenden einen guten Einblick in die Arbeit der angehenden Pflegeakademiker. Die Beteiligten hoffen auf eine sich etablierende Tradition des erfolgreich durchgeführten Fachtages.

Kontakt:
Andreas Baumeister
M.A. Public Health / Pflegewissenschaft

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Abteilung Qualifikations- und Curriculumforschung
Universität Bremen

Stellungnahme der Expertinnen an den Bundesgesundheitsminister geschickt

Seit über zweieinhalb Jahren sind Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck und Sabine Muths beratend für das Bundesministerium für Gesundheit tätig. U.a. haben sie an der Erstellung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflege (PflAPrV) und an der Erarbeitung der Anlagen 1-5 mitgewirkt. Jetzt sind bei den Kompetenzen für die staatliche Prüfung für die Altenpflege massive Änderungen vorgenommen worden, - ohne die Expertinnen zu beteiligen. „Diese Reduktion führt zu einer Absenkung des Kompetenzniveaus der Altenpflegeausbildung gegenüber den anderen beiden Ausbildungen. Auf dieser Kompetenzgrundlage kann eine hochwertige pflegerische Versorgung von alten Menschen mit Berücksichtigung auch aktueller pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse,  nicht mehr ausreichend gewährleistet werden.“, betont Darmann-Finck.

Heute findet im Gesundheitsausschuss des Bundestages eine Anhörung zur PflAPrV statt.  Die vollständige Stellungnahme, die dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zunächst per Email und postalisch zugegangen ist, können Sie hier downloaden.

© IPPSebastian Partsch
“Nursing Science: Connecting the Dots”

Vom 22.-23.06.2018 fand in Maastricht, Niederlande, die 17th European Doctoral Conference in Nursing Science mit dem Schwerpunktthema “Nursing Science: Connecting the Dots ” statt. Doktorand*innen aus den verschiedensten europäischen und nicht-europäischen Ländern hatten die Möglichkeit ihre Promotionsvorhaben und wissenschaftlichen Projekte in den Räumen der Universität Maastricht vorzustellen. Sebastian Partsch, Abteilung 4 des IPP, präsentierte in einer Postersession das Projekt „Mustercurriculum Kommunikation in der Pflege“ und ging dabei vor allem auf die unterschiedlichen didaktischen Zieldimensionen und die Entwicklungslogik(en) des Mustercurriculums ein.
Das Mustercurriculum wird in einem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt zur Förderung der kommunikativen Kompetenz in der Pflegeausbildung entwickelt. Das Curriculum ist durch berufliche Situationen und Aufgabenstellungen strukturiert, die im Ausbildungsverlauf einen steigenden Komplexitätsgrad aufweisen. So können sich Pflegelernende sukzessive kommunikative Kompetenzen auf einem zunehmend höheren Niveau aneignen. Ab 2019 wird das Curriculum den Pflegeschulen als Open-Source-Datenbank zur Verfügung stehen.
http://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-4-qualifikations-und-curriculumforschung/projekte/laufende-projekte/?proj=693&page=1


Kontakt:

Sebastian Partsch
Abteilung 4: Qualifikations- und Curriculumforschung
Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abt. 4: Qualifikations- und Curriculumforschung
Raum: A2100
Grazer Straße 4
28359 Bremen
Telefon: +49 421 218-68912
E-Mail: partsch@uni-bremen.de

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck © IPPProf. Dr. Ingrid Darmann-Finck © IPP
Ingrid Darmann-Finck forscht zu „Entwicklungsaufgaben in der Pflegeausbildung“

Drei Jahre lang können zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen bzw. –wissenschaftler am Institut für Public Health und Pflegeforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck die subjektiven Bildungsgänge Pflegeauszubildender untersuchen. Die Studie wird sich auf den sozialisationstheoretischen Ansatz der Entwicklungsaufgaben stützen. Ziel ist es zu ermitteln, welche Entwicklungsaufgaben zu welchen Zeitpunkten im Ausbildungsverlauf von den Pflegeauszubildenden wie bearbeitet werden.  

Mit dem Projekt soll eine empirische Grundlage für die Entwicklung von Curricula und die Weiterentwicklung pflegedidaktischer Modelle geschaffen werden. Die Strukturierung der Pflegecurricula und damit des theoretischen und praktischen Unterrichts an Pflegeschulen erfolgt bislang weitgehend auf der Basis pflegefachlicher und –didaktischer Plausibilitäten. Auf der Basis der Ergebnisse könnten zukünftig Curricula bzw. konkrete Lehr-/Lernangebote so gestaltet werden, dass sie die Bearbeitung von beruflichen Entwicklungsaufgaben in unterschiedlichen Ausbildungsphasen systematisch unterstützen.

Kontakt:
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck
Universität Bremen
Fachbereich 11
Wissenschaftsschwerpunkt 6 Health Sciences
Adjunct Professor University of Ottawa
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Abt. 4 Qualifikations- und Curriculumforschung
Telefon (0421) 218-68940
darmann@uni-bremen.de

www.public-health.uni-bremen.de
www.healthsciences.uni-bremen.de

© Deutscher Bildungsrat 2018Christine Vogler, Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, Gertrud Stöcker (DBR), Prof. Dr. Anja Walter © Deutscher Bildungsrat
Das neue Berufsprofil der generalistisch qualifizierten Pflegefachperson

Der Deutsche Bildungsrat, ein Zusammenschluss mehrerer Pflegeverbände, befasst sich seit 25 Jahren mit allen Aspekten der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pflegeberufe. Die Expert*innen erarbeiten zukunftsgerichtete Konzepte der Pflegebildung und bringen ihre Positionen über Stellungnahmen und ihre Mitgliedschaft in zahlreichen gesundheits- und pflegepolitischen Gremien in den politischen Diskurs ein. Am 4. Juni fand in Berlin eine Fachtagung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums statt.  

Nach der Begrüßung durch Gertrud Stöcker, langjährige Vorsitzende des Deutschen Bildungsrats, kamen Grußworte von Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung und Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR). Frau Prof. Dr. Gesine Schwan  hielt einen Festvortrag zum Thema „Über die Kernkompetenz der Pflege“. In ihrem Vortrag „Ein neues Berufsprofil: Die generalistisch ausgebildete Pflegefachfrau / der generalistisch ausgebildete Pflegefachmann“  stellte Ingrid Darmann-Finck dar, dass durch die durch das neue Pflegeberufegesetz (PflBG 2017) etablierte generalistische Ausrichtung zukünftig der Kern der Pflege stärker im Mittelpunkt steht.
Pflegefachpersonen sind demnach dafür zuständig, Menschen (und ihre Bezugspersonen) in existentiell bedrohten Lebenslagen auf der Basis eines interpersonalen Beziehungs- und Problemlösungsprozesses bei ihren Lebensaktivitäten zu unterstützen. Pflegebedürftigkeit kann beispielsweise durch gesundheitliche Beeinträchtigungen, durch Einschränkungen in Entwicklung und Autonomie oder durch andere hohe Belastungen zustande kommen. Pflegefachpersonen sind in der Lage,  die pflegerische Unterstützung bei Menschen unterschiedlicher Lebensphasen und in unterschiedlichen Versorgungsbereichen unter Berücksichtigung der dort jeweils bestehenden Formen der intra- und interprofessionellen Zusammenarbeit sowie der jeweiligen rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu leisten. Sie erlangen damit ein breites Überblickswissen und Handlungskompetenz in den unterschiedlichen Versorgungsbereichen, die Fähigkeit, Problemlösungen auf andere Versorgungssituationen zu transferieren sowie die Kompetenz, die Versorgung über die Schnittstellen hinweg zu gestalten. Damit entwickeln die Auszubildenden genau die Kompetenzen, die für die Gestaltung der zukünftigen Versorgungsanforderungen in der Pflege von Bedeutung sind. Die neue Schwerpunktsetzung wird durch die vorbehaltenen Tätigkeiten (§ 4 PflBG) unterstrichen und in der neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflege (PflAPrV) konsequent realisiert. Ingrid Darmann-Finck hat die beiden zuständigen Ministerien bei der Erstellung der PflAPrV beraten.