Aktuelle Mitteilungen

Mitteilungen aus den Medien, Hinweise für Veranstaltungen, neue Publikationen und sonstige Mitteilungen des IPP.

Taz-Beitrag über Aus- und Weiterbildung im Bereich Palliativversorgung

In dem Beitrag werden verschiedene Aus- und Weiterbildungsangebote, die für eine Tätigkeit im Bereich der Palliativversorgung qualifizieren, vorgestellt. U.a. wird aus einem Interview mit Dr. Susanne Fleckinger vom Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP über den weiterbildenden Master-Studiengang „Palliative Care“ sowie den Zertifikats-Studiengang „Palliative Care“ der Universität Bremen berichtet.
H.-P. Schönherr. Leben und Lernen vom Sterben. Taz nord vom 4./5.8.18,  S. 50-51.

Lesen Sie den Artikel unter
http://www.taz.de/!5520948/

Kontakt
Dr. Susanne Fleckinger
Universität Bremen
Fachbereich 11: Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung
Grazer Str. 2
28359 Bremen
Tel.: +49 (0)421 218-68 982
E-Mail: fleckinger@uni-bremen.de
https://www.uni-bremen.de/palliative-care/palliative-care-master/

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Juli 2018

Mit steigendem Alter und einer Pflegebedürftigkeit ist auch eine zunehmende Inkontinenz zu verzeichnen, die mit einer hohen Schambesetzung verbunden ist.  Insbesondere Personen, die an einer Demenz erkrankt sind, sind oftmals inkontinent. Prof. Görres verdeutlicht mittels drei wissenschaftlicher Studien praktische Hilfestellung zur Unterstützung der Kontrolle über das Entleerungsverhalten.  
Eine Interventionsstudie, die in Japan durchgeführt wurde, verdeutlicht, dass durch eine Ultraschallintervention die Inkontinenz positiv beeinflusst werden kann, wodurch eine Reduktion der Absorptionskosten ebenfalls möglich ist. Gleichzeitig zeigte sich aber auch eine Verbesserung der emotionalen und mentalen Gesundheit auf Seiten des Pflegepersonals.
Eine in der Schweiz umgesetzte Studie untersuchte hingegen, ob gezielte Schulungen des Pflegepersonals einen Einfluss auf den Harninkontinenzgrad sowie auf die Lebensqualität der dementiell erkrankten Personen hat. Trotz des komplexen Inkontinenzmanagements bei den betroffenen Personen konnte ein leichter Rückgang der Harninkontinenz sowie eine verbesserte Lebensqualität nachgewiesen werden.
Eine ebenfalls japanische Studie thematisiert die Wirkung einer hautschützenden und feuchtigkeitsspendenden Creme zur Optimierung einer inkontinenzassoziierten Dermatitis. Als Ergebnis konnte eine positive Beeinflussung durch die zusätzliche Anwendung dieser Creme auf dem pH-Wert, die Hautrötung sowie einer Hydration der äußeren Hautschicht festgestellt werden.

Den aktuellen Beitrag finden Sie hier.

Görres, S. & Böbel, S. (2018). Was hilft bei Inkontinenz? Altenpflege, 47 (7), 28-29. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Kontakt und Information:
Prof. Dr. Stefan Görres
Dekan FB 11
Universität Bremen
Mitglied des Direktoriums
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Themenheft des Bundesgesundheitsblatts mit Beiträgen aus der Abteilung Sozialepidemiologie

In diesem Sommer ist das Themenheft „Umwelt und Gesundheit“ der Zeitschrift Bundesgesundheitsblatt erschienen mit einer Vielzahl von Beiträgen zur Prävention umweltbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen, zu Forschungs- und Praxisthemen von Environmental Public Health sowie zu Zukunftsthemen im Bereich Umwelt und Gesundheit. Die Themenauswahl für diese Ausgabe basiert auf Diskussionen in der Kommission „Umweltmedizin und Environmental Public Health“, die das Robert Koch-Institut und das Umweltbundesamt in Fragen gesundheitlicher Aspekte von Umwelteinflüssen und zu umweltrelevanten Public-Health-Perspektiven berät.

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Abteilung Sozialepidemiologie, hat als Mitglied der Kommission „Umweltmedizin und Environmental Public Health“ bei der Themenauswahl mitgewirkt und zwei Beiträge zusammen mit Wissenschaftlerinnen aus der Forschung an verschiedenen Hochschulen und des Umweltbundesamtes als Deutschlands zentrale Umweltbehörde verfasst:

Umweltgerechtigkeit als Ansatz zur Verringerung sozialer Ungleichheiten bei Umwelt und Gesundheit
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00103-018-2739-6.pdf
In diesem Beitrag wird die Thematik aus einer gesundheitswissenschaftlichen, umsetzungsorientierten Perspektive betrachtet. Ausgehend von dem Health-in-All-Policies-Konzept werden aktuelle Entwicklungen bei dem Monitoring von sozialen Ungleichheiten bei Umwelt und Gesundheit und bei der politischen Verankerung auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene aufgezeigt. Gesundheitsfördernde Stadtentwicklung wird als ein zentrales Interventionsfeld für das Erreichen von (mehr) Umweltgerechtigkeit vorgestellt.

Integration von Geschlecht in die Forschung zu umweltbezogener Gesundheit. Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsnetzwerks Geschlecht – Umwelt – Gesundheit (GeUmGe-NET)
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00103-018-2745-8.pdf
Dieser Beitrag fasst Ergebnisse des Forschungsnetzwerks GeUmGe-NET zusammen, das von der Abteilung Sozialepidemiologie des IPP geleitet wurde. Erstmalig wurde in Deutschland der Forschungsstand zur Bedeutung von sozialen und biologischen Geschlechtsdimensionen für umweltbezogene Gesundheit aus der Perspektive verschiedener Disziplinen (Umweltepidemiologie, Umwelttoxikologie, Public-Health-Forschung zu Umwelt und Gesundheit) systematisch erhoben. Relevante Praxisfelder für die Erkenntnisse sind die umweltbezogene Gesundheitsberichterstattung, der umweltbezogene Gesundheitsschutz sowie das Handlungsfeld Umweltgerechtigkeit.


Weitere Informationen zu dem Themenheft „Umwelt und Gesundheit“:
https://link.springer.com/journal/103/61/6/page/1

Weitere Informationen zu den Forschungsschwerpunkten und Projekten der Abteilung Sozialepidemiologie:
https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-5-sozialepidemiologie/

Kontakt
Prof. Dr. Gabriele Bolte
Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung Sozialepidemiologie
E-Mail: gabriele.bolte@uni-bremen.de

Forschungsbericht der Akademie für Raumforschung und Landesplanung mit Beiträgen von Mitgliedern der Abteilung Sozialepidemiologie

Der Forschungsbericht „Planung für gesundheitsfördernde Städte“ ist jetzt erschienen: Er enthält die Ergebnisse aus der dreijährigen Arbeit des Arbeitskreises „Planung für gesundheitsfördernde Stadtregionen“ der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL). Der inter- und transdisziplinäre Arbeitskreis befasste sich mit der Schnittstelle von räumlicher Planung und Public Health im Hinblick auf das Aufgabenfeld gesundheitsfördernde Stadtentwicklung. Die Beiträge wurden überwiegend im Team aus Praxis - Wissenschaft sowie Planung - Gesundheit verfasst.

Prof. Dr. Sabine Baumgart, Vizepräsidentin der ARL und assoziiertes Mitglied des IPP, Abteilung Sozialepidemiologie, ist eine der Herausgeberinnen des Berichts und Autorin des Beitrags „Räumliche Planung und öffentliche Gesundheit - eine historische Verknüpfung“.

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Abteilung Sozialepidemiologie, beschreibt in ihrem Beitrag „Epidemiologische Methoden und Erkenntnisse als eine Grundlage für Stadtplanung und gesundheitsfördernde Stadtentwicklung“, welche Bedeutung epidemiologische Daten, Methoden und Ergebnisse haben.

Tanja Brüchert, Abteilung Sozialepidemiologie des IPP, und Paula Quentin, Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, zeigen in ihrem Beitrag „Alternsgerechte Quartiere“ die Notwendigkeit einer gesundheitsfördernden und alternsgerechten Stadt- und Quartiersentwicklung auf. Sie knüpfen hierbei an Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt AFOOT (Alternd zu Fuß oder mit Fahrrad - urban mobil ohne Stress) an.

Der Forschungsbericht ist als Download verfügbar unter:

https://shop.arl-net.de/planung-fuer-gesundheitsfoerdernde-staedte.html

Weitere Informationen zu dem Projekt AFOOT finden Sie unter:

https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-5-sozialepidemiologie/projekte/?proj=592

und

https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-5-sozialepidemiologie/projekte/?proj=738

Kontakt:

Prof. Dr. Gabriele Bolte

Universität Bremen

Institut für Public Health und Pflegeforschung

Abteilung Sozialepidemiologie

E-Mail: gabriele.bolte@uni-bremen.de

Cover IPP Info
Gesundheitliche Chancengleichheit: Forschung am IPP

Das neu erschienene IPP-Info 15 widmet sich den aktuellen Forschungslinien am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen. Damit liegt erstmalig ein IPP-Info vor, dessen Beiträge in der Rubrik „Schwerpunktthema“ alle im IPP entstanden sind und aktuelle Arbeitsfelder und Forschungsthemen des Instituts vorstellen.

Nach über 10 Jahren Institutsgeschichte ist das IPP eines der größten universitären Forschungs- und Lehrinstitute der Gesundheits- und Pflegewissenschaften in Deutschland. Das IPP widmet sich vielfältigen Forschungsfeldern von Public Health und Pflegewissenschaften und seine Mitglieder verantworten die gesundheits- und pflegewissenschaftliche Lehre am Fachbereich 11 der Uni Bremen. Nicht zuletzt engagiert sich das IPP für den Wissenschaftstransfers in Politik, Praxis und Gesellschaft.

Wir haben daher in diesem Heft Artikel zu Schwerpunktthemen versammelt, die einen Einblick in die am IPP bearbeiteten Forschungslinien geben sollen. Das thematische Spektrum der Beiträge reicht von Aspekten der Soziologie der Gesundheit (Schmidt-Semisch et al.), über soziale Ungleichheiten in den Gesundheitschancen als zentrales Public Health-Thema in zwei Beiträgen (Schüz et al. sowie Bolte et al.), Management im Gesundheitswesen (Rogowski et al.) bis hin zu innovativen Pflegewohnformen (Wolf-Ostermann et al.), Konzepten zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege (Görres et al.) und der Entwicklung, Implementation und Evaluation von Curricula für Pflege- und Gesundheits(fach)berufe (Darmann-Finck).  Die Beiträge veranschaulichen zudem, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IPP die Forschungsthemen in konkreten Projekten aufgreifen und bearbeiten.

In den anschließenden Rubriken erfahren Sie näheres zu weiteren Aktivitäten des IPP, wie zu aktuellen Forschungsprojekten, Publikationen und zu Qualifikationsarbeiten am IPP.

Wir hoffen, Ihnen damit einen Eindruck unserer wissenschaftlichen Aktivitäten vermitteln zu können. Bei Interesse an einem der im Schwerpunkt vorgestellten Themen oder an einem unserer Forschungsprojekte freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Die Herausgebenden und die IPP-Info-Redaktion wünschen eine anregende Lektüre!

IPP-Info 15: Gesundheitliche Chancengleichheit: Forschung am IPP.

12. Jahrgang

Bremen: Universität Bremen

ISSN 1864-4074 (Printausgabe)

ISSN 1864-452X (Internetausgabe)

Kontakt & Information

Redaktion:

Prof. Dr. Gabriele Bolte, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Fachbereich 11, Universität Bremen

Mail: Gabriele.Bolte@uni-bremen.de

Heike Mertesacker, MPH, (Wissenschaftliche Koordination), Geschäftsstelle Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Fachbereich 11, Universität Bremen

Mail: hmertesa@uni-bremen.de

Herausgebende:

Direktorium des Instituts für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen: Prof. Dr. Gabriele Bolte (Geschäftsführende Direktorin), Prof. Dr. Stefan Görres, Prof. Dr. Ansgar Gerhardus.

Bestelladresse Printausgabe:

Neli Perchemlieva (Sekretariat/ Verwaltung), Geschäftsstelle Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Fachbereich 11, Universität Bremen.

Tel.: 0421 218 68880

Mail: neli.perchemlieva@uni-bremen.de

www.ipp.uni-bremen.de

Online-Ausgabe mit Literaturangaben des IPP-Infos 15 unter:

http://www.ipp.uni-bremen.de/veroeffentlichungen/ipp-info/

© Natalie RiedelNatalie Riedel
Neues DFG-Projekt von Dr. Natalie Riedel in der Abteilung Sozialepidemiologie begonnen

Seit dem 1. Juni 2018 setzt Dr. Natalie Riedel, Abteilung Sozialepidemiologie des IPP, ihre Forschung im Themenfeld sozial ungleicher Gesundheits- und Beteiligungschancen vor dem Hintergrund der europäischen Umgebungslärmrichtlinie mit einem neuen DFG-Projekt fort. Im Fokus ihrer Arbeit stehen psychosoziale Faktoren, die den Zusammenhang zwischen chronischer Verkehrslärmbelastung an der Wohnadresse und Gesundheit von Anwohner*innen beeinflussen und zu sozial ungleicher Beteiligung an der Lärmminderungspolitik vor Ort führen können. Damit beschäftigt sich Dr. Natalie Riedel sowohl mit Verteilungs- als auch mit Verfahrensfragen der Umweltgerechtigkeitsforschung.

Dieser Forschungsschwerpunkt ist hochaktuell. Beispielsweise spricht der Koalitionsvertrag für die derzeitige 19. Legislaturperiode Lärm als ein großes Problem an und weist auf die Notwendigkeit von umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen und einer frühzeitigen Beteiligung von Bürger*innen hin.

In dem vorangegangenen Projekt „Transforming noise action planning into an instrument for more health equity“ hatte Dr. Natalie Riedel psychosoziale Prozesse auf der individuellen Ebene bereits in einer Studie im Ruhrgebiet untersucht.

Durch die Bewilligung des Projektantrags der DFG wird es nun möglich, die potentiellen Mechanismen in zwei Studienregionen (Essen, Mülheim an der Ruhr und Bochum sowie Augsburg und umliegende Region) vergleichend zu untersuchen. Zudem werden in die Analysen zur Region Augsburg psychosoziale Faktoren aus dem arbeitsbezogenen und privaten Kontext eingehen. Die Ergebnisse sollen mit Expert*innen auf der Schnittstelle von Forschung und (Umwelt-)Planungspraxis diskutiert werden.

Einblick in die Arbeit von Dr. Natalie Riedel bietet nachfolgender Beitrag: Riedel, N.; Claßen, T., 2017: Verkehrslärm und Vulnerabilität – ein Beitrag vor dem Hintergrund der EU-Umgebungslärmrichtlinie, in: UMID: Umwelt und Mensch – Informationsdienst, 2, S. 50 – 55 (https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/3240/publikationen/umid_02-2017_uba_verkehrslaerm_0.pdf).

Nähere Informationen zu dem neuen DFG-Projekt finden Sie hier: https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-5-sozialepidemiologie/projekte/?proj=748

Informationen zu dem vorangegangenen Projekt und Publikationen finden Sie hier: https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-5-sozialepidemiologie/projekte/?proj=611

Kontakt:

Dr. Natalie Riedel,

Universität Bremen

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Abt. 5 Sozialepidemiologie,

Mail: nriedel@uni-bremen.de

Wissenswertes zur aktuellen Gesundheits- und Pflegeforschung am IPP

Die neueste Publikationsliste mit Beiträgen aus dem Zeitraum Januar bis Juni steht nun zum Download bereit. Sie bietet weiterführende Links zu den einzelnen Beiträgen, Interessierte haben die Möglichkeit direkt zu den jeweiligen Autorinnen und Autoren über die Mitgliederliste des IPP Kontakt aufzunehmen.

Zur Mitgliederliste

Publikationsliste Januar – Juni 2018

Kontakt:
Heike Mertesacker MPH
Wissenschaftliche Geschäftsführung & Koordination IPP-Geschäftsstelle
Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP),
Wissenschaftsschwerpunkt Healthsciences der Universität Bremen
Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen
Grazer Str. 4
D - 28359 Bremen
Phone: +49 421 218-68980 /-68880
E-Mail: hmertesa@uni-bremen.de
http://www.ipp.uni-bremen.de

www.healthsciences.uni-bremen.de

Sarah Nanninga und Prof. Dr. Gabriele Bolte, Abteilung Sozialepidemiologie des IPP, veröffentlichen ein systematisches Review mit Metaanalyse internationaler Studien

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit ungefähr 600.000 Nichtrauchenden pro Jahr durch Passivrauchen. Eine besonders betroffene Gruppe sind dabei Kinder, da sie sich selbst nicht vor Tabakrauch schützen können. Schätzungsweise 40-50% der Kinder mit rauchenden Eltern atmen regelmäßig Tabakrauch ein.
In der Diskussion bei der Einführung von Nichtraucherschutzgesetzen und damit einhergehenden Raucheinschränkungen oder Rauchverboten in der Gastronomie wurde oftmals als ein Gegenargument angeführt, dass Rauchverbote in öffentlichen Räumen zu einer Verlagerung des Rauchens in Privaträume führen würden.
In einem systematischen Review wurde diese These nun erstmals von den Forscherinnen Sarah Nanninga und Prof. Dr. Gabriele Bolte von der Abteilung Sozialepidemiologie des Instituts für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen speziell für die Tabakrauchbelastung von Kindern zuhause vor und nach Einführung von Rauchverboten in öffentlichen Räumen überprüft.

Insgesamt 15 Studien weltweit konnten ausgewertet werden. Mithilfe des statistischen Verfahrens einer Metaanalyse von relativen Risiken konnte gezeigt werden, dass Rauchverbote in öffentlichen Räumen das Rauchen nicht nach Hause verlagern. Im Gegenteil: Insgesamt zeigten fast alle eingeschlossenen Studien eine Verringerung des Passivrauchens von Kindern zuhause nach Einführung der Rauchverbote.
Den in der Fachzeitschrift BMC Public Health im Juni 2018 veröffentlichten Artikel finden Sie hier.
Die Forschungsarbeit fand international große Aufmerksamkeit. Die Diskussion des Artikels können Sie unter folgenden Links verfolgen:
http://0-blogs.biomedcentral.com.brum.beds.ac.uk/bmcseriesblog/2018/06/26/smoking-bans-lead-less-smoking-home/
https://biomedcentral.altmetric.com/details/43954124

Nanninga S, Lhachimi K S, Bolte G: Impact of public smoking bans on children’s SHS exposure at home: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health 2018, 18:74

Kontakt:
Sarah Nanninga
Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung Sozialepidemiologie
E-Mail: snanninga@uni-bremen.de

Gabriele Bolte, Jon Fairburn  © IPPGabriele Bolte, Jon Fairburn © IPP
Prof. Gabriele Bolte berät als Expertin das WHO European Centre for Environment and Health

Im Jahr 2012 gab die WHO (World Health Organization, Regional Office for Europe) erstmals einen umfassender Bericht zu sozialen Ungleichheiten in Umweltbelastungen und –ressourcen heraus. Derzeit arbeitet das European Centre for Environment and Health der WHO mit Expertinnen und Experten aus Europa zusammen um auf Basis neuer Daten diesen Bericht zu aktualisieren sowie neue Ungleichheitsindikatoren für umweltbezogene Gesundheit zu entwickeln.
Prof. Gabriele Bolte nahm als eingeladene Expertin am 20. & 21.06.2018 an einem internationalen Workshop des European Centre for Environment and Health teil und präsentierte erste Ergebnisse der systematischen Reviews zu sozialen Ungleichheiten in Umweltbelastungen und -ressourcen in Europa.

Das Team der Abteilung Sozialepidemiologie des IPP arbeitet derzeit in Kooperation mit Prof. Jon Fairburn, Staffordshire University, UK, an systematischen Reviews zum Ausmaß sozialer Ungleichheiten in Expositionen gegenüber Luftschadstoffen, Lärm und Chemikalien sowie zu sozialen Ungleichheiten bei den Zugängen zu Umweltressourcen wie Grün- und Blauflächen in der Wohnumgebung.
Seit 2009 berät Prof. Gabriele Bolte die WHO zu Fragen sozialer Ungleichheiten bei Umwelt und Gesundheit. In dem Bericht „Environmental Health Inequalities in Europe“ verfasste sie das Kapitel zu „Environment-related Inequalities“. Aktuell liegt der Beratungsschwerpunkt auf der Integration neuer wissenschaftlicher Evidenz und auf der Weiterentwicklung von Indikatoren für soziale Ungleichheiten in umweltbezogener Gesundheit für Europa.

Kontakt:
Prof. Dr. Gabriele Bolte
Geschäftsführende Direktorin des IPP und Leiterin der Abteilung Sozialepidemiologie
Universität Bremen
E-Mail: gbolte@uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Juni 2018

Die Digitalisierung hat inzwischen auch in der pflegerischen Versorgung Einzug erhalten. Prof. Görres verdeutlicht die damit verbundenen Potenziale für die Betreuung von Personen mit einer Demenz anhand drei wissenschaftlicher Studien.
Eine cluster-randomisierte Studie in Australien kam zu dem Ergebnis, dass die Interaktion mit einem seehundähnlichen Roboter zu positiven Auswirkungen auf den Gemütszustand und der Agitierheit führte. Der Einsatz des Roboters ohne die Interaktionsfunktion zeigte zwar geringere, aber ebenfalls positive Ergebnisse im Vergleich zu der regulären Betreuung.
In einer italienische Studie konnte eine Verbesserung der kognitiven Leistung durch die zusätzliche Anwendung eines speziellen webbasierten Trainingsprogramms von dementiell erkrankten Personen nachgewiesen werden. Aber auch das Wohlbefinden der Teilnehmer*innen verbesserte sich durch die digitalisierte Anwendung.
Eine in Amerika durchgeführte Studie untersuchte die Effekte einer Tabletnutzung auf die Agitierheit bei den älteren, an Demenz erkrankten Personen. Als Resultat konnte festgehalten werden, dass diese Intervention eine praktikable, nicht-medikamentöse Alternative mit potenziellen Nutzen auf die Agitierheit darstellt. Allerdings wurden negative Assoziationen identifiziert, die unter anderem zwischen dem Schweregrad der Demenz und der Komplexität der App bestanden.

Den aktuellen Beitrag finden Sie hier.

Görres, S. & Böbel, S. (2018). Demenz 4.0. Digitale Technik einsetzen. Altenpflege, 43 (6), 28-29. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Kontakt und Information:
Prof. Dr. Stefan Görres
Dekan FB 11
Universität Bremen
Mitglied des Direktoriums
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de