Corona Update IPP

Die Ausbreitung der Infektionen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und die Zunahme der Anzahl der an COVID-19 erkrankten Menschen stellen unsere Gesellschaft, das Gesundheitssystem, die Politik und die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Diese können nur in gemeinsamer Anstrengung bewältigt werden. Auch die Wissenschaftler*innen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung am FB 11 der Universität Bremen bringen ihre interdisziplinäre Expertise in der Public Health- und Pflegeforschung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie und bei der Bewältigung ihrer Folgen ein. Hier finden Sie ab sofort Informationen über diese Aktivitäten des IPP. Trotz regelmäßiger Pflege und Aktualisierung dieser Homepage ist es möglich, dass nicht alle tagesaktuellen Informationen und neue Entwicklungen zeitnah aufgenommen werden können. Bitte nutzen Sie daher immer auch die Informationen entsprechender Behörden des Bundes und der Länder, des Robert Koch-Instituts und Ihrer regionalen Gesundheitsämter.

Der Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften informiert auf seiner Homepage umfassend über entsprechende Aktivitäten der Fachbereichsmitglieder einschließlich des IPP.

Bremer Pflegewissenschaftler vom Institut für Public Health und Pflegeforschung im Interview

Die Misshandlungen in einem Celler Pflegeheim sind für den Bremer Gerontologen Stefan Görres kein Einzelfall. Er plädiert im Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) für eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit. Große Heime hält Stefan Görres für überholt.
„Es werden jeden Tag Fehler gemacht – überall“. Bremer Pflegewissenschaftler Stefan Görres im Interview mit Michael B. Berger. Hannoversche Allgemeine Zeitung, 02.07.2020, S. 8.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Görres
Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de
https://www.ipp.uni-bremen.de/abteilungen/interdisziplinaere-alterns-und-pflegeforschung/

Der Bremer Prof. Dr. Gerhardus nimmt in mehreren Interviews Stellung zu den getroffenen Maßnahmen

Der Corona- Ausbruch mit über 1500 Infizierten bei der Fleischfabrik Tönnies ist nach Einschätzung von Prof. Dr. Ansgar Gerhardus vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen eine potentielle Gefahr für ganz Deutschland. In mehreren Medienbeiträgen nimmt der Bremer Gesundheitsforscher Stellung: Die Maßnahmen seien richtig, hätten aber eher eingeführt werden sollen. An dem Fall werde auch deutlich, dass tieferliegende Probleme, insbesondere im Umgang mit den Mitarbeiter*innen, der Tierhaltung und der Umweltbelastung dringend angegangen werden müssen.

 

Prof. Dr. Ansgar Gerhardus ist seit 2011 Hochschullehrer am Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen und hat die Professur für Versorgungsforschung inne. Ansgar Gerhardus ist Humanmediziner, Master of Public Health sowie Politikwissenschaftler/Ethnologe. Er ist Leiter der Abteilung Versorgungsforschung am IPP und gehört dem Direktorium des IPP seit 2011 an.

Kontakt
Prof. Dr. med. Ansgar Gerhardus, M.A., MPH
Abteilung 1: Versorgungsforschung – Department for Health Services Research
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Fachbereich 11
Universität Bremen
Email: ansgar.gerhardus@uni-bremen.de
http://www.public-health.uni-bremen.de/pages/abteilung1/index.php
http://www.healthsciences.uni-bremen.de/home.html

Interview mit Gesundheitswissenschaftlerin Tina Jahnel vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Tina Jahnel vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Uni Bremen hat im Weser Kurier ein Interview zu der Corona-Warn-App gegeben. Sie hat gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem Kompetenznetz Public Health zu COVID-19 ein Hintergrundpapier zu Corona-Tracing Apps verfasst.

Um eine hohe Akzeptanz der App zu erreichen plädiert sie für Transparenz und ein hohes Datenschutzniveau. Lesen Sie den Beitrag von Helke Diers im Weserkurier vom 15.06.2020 unter:
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-mit-der-warnapp-gegen-das-coronavirus-_arid,1918375.html

Zum Hintergrundpapier des Kompetenznetz Public Health zu COVID-19 „Contact-Tracing-Apps als unterstützende Maßnahme bei der Kontaktpersonennachverfolgung von COVID-19“:
http://www.public-health-covid19.de/images/2020/Ergebnisse/20200525_corona_apps_hintergrundpapier-4.pdf

Kontakt
Prof. Dr. med. Ansgar Gerhardus, M.A., MPH
Abteilung 1: Versorgungsforschung – Department for Health Services Research
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Fachbereich 11
Universität Bremen
Email: ansgar.gerhardus@uni-bremen.de
http://www.public-health.uni-bremen.de/pages/abteilung1/index.php
http://www.healthsciences.uni-bremen.de/home.html

Tina Jahnel, M.A.
Abteilung 1: Versorgungsforschung – Department for Health Services Research
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Fachbereich 11
Universität Bremen
Email: tina.jahnel@uni-bremen.de
Fon: +49(0)421-218 688 08
https://www.lsc-digital-public-health.de/home.html

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Die SARS-CoV-2 Pandemie hat eine enorme öffentliche, politische, wirtschaftliche und soziale Reaktion hervorgerufen, - ein Public Health Thema ist zum fast allgegenwärtigen Hauptthema unseres Alltags geworden. Viele Wissenschaftler*innen und Lehrende im Gesundheitsbereich sind in Krisenbewältigung, in fachliche Beratung oder in neu aufgelegte wissenschaftliche Studien eingebunden. Bei der großen Dynamik in der Entwicklung der Krankheit und der gesellschaftlichen sowie politischen Reaktionen bleibt jedoch oft nicht genügend Zeit für Austausch und Diskussion. Hierfür bietet der WSP Gesundheitswissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsforum Public Health nun ein kurzfristig entwickeltes Online- Angebot zu ausgesuchten Themen rund um COVID-19 und Public Health. Aus dem Institut für Public Health und Pflegeforschung sind Prof. Benjamin Schüz, Prof. Ansgar Gerhardus, Prof. Karin Wolf-Ostermann und Prof.in Ingrid Darmann-Finck an der Veranstaltung beteiligt.

Veranstaltungszeiten: jeweils von 17:00 – 18:30

Der Hauptvortrag (ca. 30 min) steht jeweils 1-2 Tage vor dem Termin auf der Veranstaltungsseite als Videovortrag zum Download zur Verfügung. Zur Veranstaltung wird der Hauptvortrag zusammengefasst und durch zwei Kurzinputs ergänzt, anschließend erfolgt eine moderierte Online-Diskussion. ZOOM-Zugangslinks finden Sie auf den Veranstaltungsseiten.

24.06.2020 COVID-19: Strategien und ihre Implikationen
30.06.2020 Soziale Ungleichheit, Rassismus und COVID-19
07.07.2020 Applaus für die Pflege – tatsächlich eine Anerkennung?
14.07.2020 Gesundheitliche Risikogruppen - Stigmatisierungspotenziale und ethische Dimensionen


Veranstaltungsflyer

Nähre Informationen sind erhältlich unter http://www.healthsciences.uni-bremen.de/veranstaltungen/covid-19-und-seine-folgen.html

Kontakt:
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Mail: darmann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Karin Wolf-Ostermann | Prof. Dr. Heinz Rothgang© Karin Wolf-Ostermann | © David Ausserhofer
Erste Ergebnisse eines Forschungsprojektes des IPP und des SOCIUM zu Herausforderungen für die Pflege in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie liegen vor

Autorin: Karla Götz, Pressestelle der Universität Bremen
Pressemeldung vom 10.06.2020

Pflegebedürftige gehören zu den am schwersten Betroffenen in der Corona-Krise. 60 Prozent aller Verstorbenen sind von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Menschen. Deren Anteil an infizierten Personen beträgt aber nur 8,5 Prozent. Das ist Ergebnis einer Online-Befragung der Uni Bremen.

„Nicht nur pflegebedürftige Menschen sind bei einer Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus in besonderem Maße von schweren Krankheitsverläufen und einer hohen Sterblichkeit bedroht“, sagt  Karin Wolf-Ostermann, Professorin für Pflegewissenschaft am Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen und Leiterin der Abteilung Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), die die Studie geleitet hat. Gleichzeitig seien auch die sie versorgenden Pflegekräfte durch erhöhte Infektionsrisiken gefährdet. Sie könnten dabei ihre dringend notwendigen Dienstleistungen am Menschen häufig nicht unter Einhaltung der generellen Schutzmaßnahmen erbringen.

Unter welchen Bedingungen aktuell die Pflege im häuslichen Umfeld und in stationären Einrichtungen erbracht wird und welche Folgen der Pandemie dort wirksam sind, war bislang noch unbekannt. Um die Situation zu analysieren, hat eine Forscher*innengruppe unter Leitung von Pflegeprofessorin Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung und Gesundheitsökonom Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik gemeinsam mit einem siebenköpfigen Team eine bundesweite Online-Befragung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Befragungsdaten von 824 Pflegeheimen, 701 Pflegediensten und 96 teilstationären Einrichtungen wurden dabei analysiert.

Pflegebedürftige und Pflegende häufig von COVID-19 betroffen

Sowohl in häuslicher als auch in stationärer Versorgung gibt es laut Studie starke Auswirkungen auf Pflegebedürftige. „Werden die Befragungsergebnisse auf die Bundesrepublik hochgerechnet, zeigt sich, dass rund 60 Prozent aller Verstorbenen von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Pflegebedürftige sind, wobei deren Anteil an allen infizierten Personen nur insgesamt 8,5 Prozent beträgt. Pflegeheime sind damit der wichtigste Ort in Bezug auf mit COVID-19 Verstorbenen. Hier treten die Hälfte aller Todesfälle auf, obwohl nur knapp ein Prozent der Bevölkerung in dieser Wohnform lebt. Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist somit mehr als fünfzigmal so hoch wie im Rest der Bevölkerung“, sagt Professor Heinz Rothgang.

Hohe Infektionsraten zeigten sich auch für das Pflegepersonal. Der Anteil infizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei in ambulanten Pflegediensten doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch, so die Autor*innen der Studie. Dennoch hätten drei Fünftel der Pflegedienste und drei Viertel der Pflegeheime noch keinen COVID-19-Fall zu verzeichnen. Dies zeige, dass Schutzmaßnahmen bisher erfolgreich sind. Dort, wo eine erste Infektion auftrete, seien die Folgen jedoch schnell gravierend. Deshalb müssten das Einschleppen erster Infektionen konsequent vermieden werden und Schutzkonzepte die Verbreitung unter den Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden verhindern.

Schnelle Testungen und Schutzmaterialien nicht ausreichend verfügbar

Dass eine Eindämmung der Infektion möglich ist, zeigen die Infektionen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen: So weisen jeweils mehr als die Hälfte der Einrichtungen mit infizierten Mitarbeitenden keine infizierten Klient*innen oder Bewohner*innen aus. Schlüssel hierbei sind allerdings schnelle Testergebnisse zur Identifikation von potenziellen Infektionsherden und ausreichende Schutzmaterialien zur Vorbeugung der Übertragung, mahnen die Autoren. Wenngleich die anfangs mangelnde Versorgung mit Schutzmaterialien an Bedeutung verloren hat, berichten immer noch jeder vierte Pflegedienst und jede sechste stationäre Einrichtung von diesbezüglichen Engpässen. Zudem seien Tests teilweise noch schwer zugänglich. „Die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt erst nach drei bis vier Tagen – zu spät, um ihr Potential als Teil eines wirkungsvollen Schutzkonzeptes voll zu entfalten“, so Karin Wolf-Ostermann. Erforderlich sind daher Reihentests, deren Ergebnisse schneller zur Verfügung stehen.

Instabile Pflegearrangements gefährden Versorgungssicherheit

Im Hinblick auf die quantitative Versorgung berichtet knapp die Hälfte aller Pflegedienste von deutlichen Veränderungen, die dadurch entstehen, dass Leistungen von den Pflegebedürftigen nicht mehr in Anspruch genommen werden und teilstationäre Angebote oder Betreuungskräfte in den Haushalten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass einerseits vier von zehn Pflegediensten unter wirtschaftlichen Folgen zu leiden haben und andererseits die Versorgung von Klientinnen und Klienten gefährdet, instabil oder sogar aktuell nicht sichergestellt ist. Hier besteht dringender Unterstützungsbedarf, der zu einer Stabilisierung der oft äußerst fragilen privaten Pflegearrangements und somit zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung im häuslichen Bereich erforderlich ist.

Dauerhaftes Schutzkonzept als pflegepolitische Konsequenz

Der Langzeitpflege durch ambulante Pflegedienste und in stationären Einrichtungen muss – auch mit Blick auf eine mögliche zweite Welle der Pandemie – eine höhere Aufmerksamkeit zukommen, so das Fazit von Professorin Wolf-Ostermann und Professor Rothgang. Richte sich der Blick von Politik und Öffentlichkeit im medizinische und pflegerischen Bereich derzeit vornehmlich auf Kapazitäten einer klinischen und intensivmedizinischen Versorgung der akut Infizierten, werde die dauerhafte Versorgung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppe zunehmend prekärer. Während in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen sehr schnell Hotspots der Erkrankung entstehen können, da viele hochbetagte und multimorbide Menschen auf engem Raum leben, werden ambulante Versorgungssituationen destabilisiert. Damit sei die tägliche Versorgung der Pflegebedürftigen gefährdet.

Fazit

Und das schlussfolgern die Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Um über die akute Pandemiesituation hinaus Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, muss den Forderungen der Pflegedienste und stationäre Einrichtungen nachgekommen werden. Dazu gehören bundesweite und praktikable Handlungsempfehlungen, eine dauerhafte ausreichende Bereitstellung von Schutz- und Desinfektionsmitteln, die systematische und regelmäßige Testung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Personal, sowie eine bessere Vergütung der Pflegekräfte und eine bessere Personalausstattung.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-68960
E-Mail: wolf-ostermann@uni-bremen.de

Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Zentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Prof. Dr. Stefan Görres© Harald Rehling / Universität Bremen
Der Bremer Pflegewissenschaftler Prof. Stefan Görres im buten un binnen-Interview

Fast 60 Prozent der Corona-Toten in Bremen lebten in Pflegeheimen. Ein Drittel sind es bundesweit. Laut Experte Prof. Dr. Stefan Görres vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen sollten Kommunen Verantwortung für Pflege übernehmen.
Hier geht es zum Interview:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/corona-pflege-tote-alte-versorgung-zukunft-bremen-100.html


Autorin: Birgit Reichardt
buten un binnen Nachrichten, 31.05.20

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Görres
Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de
https://www.ipp.uni-bremen.de/abteilungen/interdisziplinaere-alterns-und-pflegeforschung/

Hintergrundpapier der AG Indirekte Gesundheitsfolgen von Maßnahmen des Infektionsschutzes des Kompetenznetzes Public Health zu COVID-19 erschienenq

Das Hintergrundpapier gibt eine Übersicht wissenschaftlicher Erkenntnisse zu folgenden Fragen: Sind sozioökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen häufiger und schwerer von der COVID-19 Pandemie betroffen? Leiden sie stärker unter den negativen Begleiterscheinungen der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen?
Es zeigt auf, dass bestehende soziale Ungleichheiten der Gesundheit durch die COVID-19-Pandemie verschärft werden können, und gibt Empfehlungen sowohl in Bezug auf die bessere Integration einer Intersektionalitätsperspektive in Monitoringaktivitäten als auch bei der Entwicklung von Infektionsschutzmaßnahmen. Gesundheitliche Chancengleichheit sollte als politikübergreifendes Ziel etabliert werden.
Prof. Gabriele Bolte, Leiterin der Abteilung Sozialepidemiologie im Institut für Public Health und Pflegeforschung, ist Co-Autorin dieses Hintergrundpapiers und bringt ihre Expertise zu sozialen Ungleichheiten in der Gesundheit sowie Geschlechterverhältnissen und Gesundheit in die Arbeitsgruppe ein.

Das Hintergrundpapier finden Sie hier:
https://www.public-health-covid19.de/images/2020/Ergebnisse/Hintergrundpapier_SozUngl_COVID19_final.pdf

Informationen zu den Arbeitsgruppen des Kompetenznetzes Public Health COVID-19 finden Sie hier:
https://www.public-health-covid19.de/de/arbeitsgruppen.html

Kontakt:
Prof. Dr. Gabriele Bolte
Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Abteilung Sozialepidemiologie
gabriele.bolte@uni-bremen.de

Prof. Dr.-Ing. Sabine Baumgart zur Notwendigkeit einer gesundheitsfördernden Stadtentwicklung

Prof. Dr.-Ing. Sabine Baumgart, assoziiertes Mitglied der Abteilung Sozialepidemiologie des Institutes für Public Health und Pflegeforschung und Präsidentin der ARL - Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft, weist auf die Systemrelevanz von Stadtgrün hin: "Grün-und Freiräume leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und helfen auch, die Akzeptanz der Corona-Beschränkungen zu verbessern." Es gelte heute mehr denn je, die gesundheitsschützenden Funktionen von Stadtgrün, aber auch einer guten Nah-und Gesundheitsversorgung zu sichern und weiter zu entwickeln.

Die Pressemitteilung des Bündnis lebenswerte Stadt - grünes Bremen mit sieben konkreten Vorschlägen zur Berücksichtigung von städtischem Grün in Bremen und Bremerhaven bei den bevorstehenden Konjunkturprogrammen des Bundes und des Landes zur Überwindung der Corona-Krise und ihrer mittel-bis langfristigen Folgen sowie das Positionspapier finden Sie hier:
https://www.gruenes-bremen.de/

Kontakt
Prof. Dr. Gabriele Bolte
Abteilung Sozialepidemiologie
Institut für Public Health und Pflegeforschung
gabriele.bolte@uni-bremen.de

Wissenschaftlerin des IPP veröffentlicht Auswertung im Rahmen des Kompetenznetzes Public Health zu COVID-19

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie kann die Kontaktverfolgung mit Apps ein wichtiger Baustein sein, die Übertragungsrate zu senken. Dies könnte die Arbeit der Gesundheitsämter unterstützen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Expertise des „Kompetenznetzes Public Health zu COVID-19“: Bremer Expert*innen des Netzwerks haben unter der Federführung von Tina Jahnel, Wissenschaftlerin am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen, wissenschaftliche Beiträge über die Wirksamkeit von Contact-Tracing-Apps aus Fachzeitschriften, sowie Texte aus Nachrichtenmagazinen und webbasierten Inhalten ausgewertet. Co-Autor*innen des Hintergrundpapiers sind Prof. Dr. Ansgar Gerhardus, Prof. Dr. Benjamin Schüz und Simone Böbel vom IPP.

Bisherige Nachverfolgung von Kontakten oft nicht vollständig

Die Ermittlung und Nachverfolgung von Kontaktpersonen spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. In der Regel übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes diese Arbeit. Jedoch können Personen übersehen werden, an die sich die infizierte Person nicht erinnert oder die sie nicht kennt. Außerdem kann es eine zeitliche Verzögerung beim Melden eines Infektionsfalles und im Benachrichtigen von Kontaktpersonen geben.

Neue Tracing-Apps sind sinnvolle Unterstützung

Hier kommen die neuen Contact-Tracing-Apps ins Spiel: Sie informieren die Nutzerinnen und Nutzer, wenn sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten, um weitere Maßnahmen zu ermöglichen. In Österreich, Australien und Singapur wird eine solche Contact-Tracing-App bereits eingesetzt. Für Deutschland und die Schweiz werden sie derzeit entwickelt.
„Diese Apps können eine sinnvolle Unterstützung der Maßnahmen sein, um das Risiko eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen durch die schrittweise Rückkehr des öffentlichen Lebens möglichst gering zu halten,“ erläutert die Wissenschaftlerin Tina Jahnel. „Aber damit sie etwas bewirken, müssen möglichst viele Menschen die Apps nutzen.“
Wichtig sei: Die Nutzung müsse auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Apps sollten darüber hinaus technisch einfach zu handhaben sein. Außerdem müsse der Datenschutz gewährleistet sein. Die Bürgerinnen und Bürger müssten über den Zweck der App und die Nutzung und Verarbeitung ihrer Daten informiert werden.

Das Kompetenznetz “Public Health zu COVID-19“

Das Kompetenznetz “Public Health zu COVID-19“ mit bisher 30 Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde im Mai 2020 gegründet, um gebündeltes Wissen von Expertinnen und Experten einzubringen. Mitglieder des Kompetenznetzes stehen in direktem Austausch mit Ministerien und Bundesbehörden. Alle Ergebnisse werden unmittelbar auf der Webseite veröffentlicht. Das Kompetenznetz wird von den Professoren der Universität Bremen Ansgar Gerhardus (IPP) und Hajo Zeeb (Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS) koordiniert, weitere Mitglieder des IPP sind verschiedenen Arbeitsgruppen des Netzwerkes aktiv (s. z.B. Hintergrundpapier zu den indirekten Gesundheitsfolgen der aktuellen Maßnahmen des Infektionsschutzes in Deutschland ).

Weitere Informationen:
www.public-health-covid19.de/
www.public-health-covid19.de/images/2020/Ergebnisse/20200525_corona_apps_hintergrundpapier-4.pdf
www.uni-bremen.de

Fragen beantworten:
Tina Jahnel
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Telefon: +49 421 218-688 08
E-Mail: tina.jahnel@uni-bremen.de

Prof. Dr. med. Ansgar Gerhardus, M.A., MPH
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Telefon: +49 421 218-688 00
E-Mail: ansgar.gerhardus@uni-bremen.de

Quelle:
Pressemitteilung der Universität Bremen vom 27.05.20, Autorin: Christina Selzer

https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/tracing-app-kann-wichtiger-baustein-im-kampf-gegen-corona-sein

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Prof. Dr. Ansgar Gerhardus vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen kritisiert die Corona-Regeln im Land Bremen: Diese seien oft missverständlich. Manche Lockerungen hält er für verfrüht – aber nicht alle.

Hier geht es zum Interview:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/wie-sinnvoll-sind-coronaregeln-experte-bremen-100.html

Autorin: Carolin Helm
buten un binnen, 25.05.20

Kontakt
Prof. Dr. med. Ansgar Gerhardus, M.A., MPH
Abteilung 1: Versorgungsforschung – Department for Health Services Research
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Fachbereich 11
Universität Bremen
Email: ansgar.gerhardus@uni-bremen.de
http://www.public-health.uni-bremen.de/pages/abteilung1/index.php
http://www.healthsciences.uni-bremen.de/home.html