Abteilung 6: Gesundheit & Gesellschaft

Willkommen auf der Homepage der Abteilung „Gesundheit & Gesellschaft“ des Institutes für Public Health und Pflegeforschung (IPP). Die Abt. „Gesundheit & Gesellschaft“ untersucht gesellschaftliche Verhältnisse auf der Makro-, Meso- und Mikroebene in ihren Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit. Dabei ist für uns ein grundlegendes Verständnis von sozialen und psychosozialen Wechselwirkungen von Gesundheit und Gesellschaft leitend, das Gesundheit und Krankheit als Ergebnis gesellschaftlicher bzw. diskursiver Aushandlungsprozesse versteht. Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich die Mitglieder der Abteilung gleichermaßen mit Fragen der Entstehung und Dynamik gesundheitlicher Risiken und sozialer Probleme sowie deren staatlicher, sozialer und biographischer Be- und Verarbeitung, wie auch mit Fragen der Gesundheitskommunikation in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen.

Lehre

In der Lehre bieten die Mitglieder der Abteilung Seminare und Veranstaltungen im Bachelorstudiengang Public Health/Gesundheitswissenschaften, im Masterstudiengang Public Health - Gesundheitsförderung & Prävention, im berufsbegleitenden und weiterbildenden Masterstudiengang Palliative Care sowie im General-Studies-Pool des Fachbereichs Human- und Gesundheitswissenschaften an. Zudem betreuen wir Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in den unten genannten Themenfeldern.

Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre

Soziologie der Gesundheit
Die Soziologie der Gesundheit macht Gesundheit sowie ihre staatliche, soziale und individuelle Be- und Verarbeitung zum Gegenstand ihrer Betrachtung. Damit rücken vor allem auch gesellschaftliche Diskurse über Gesundheit und Krankheit und die mit ihnen verbundenen Machtverhältnisse in den Fokus. Besondere Bedeutung kommt dabei auch sozialen Konstruktionen von Normalität und Abweichung zu, wie sie etwa im Kontext des Körpergewichts durch die Fat Studies thematisiert werden.

Sozialwissenschaftliche Sucht- und Drogenpolitikforschung
Sozialwissenschaftliche Sucht- und Drogenpolitikforschung will dieses stark durch das medizinisch-naturwissenschaftliche Paradigma geprägte Forschungsfeld durch unterschiedliche sozialwissenschaftliche Ansätze und Methoden ergänzen. Zugleich fragt sie nach den Wechselwirkungen von „Drogenproblemen“ und „Drogenpolitik“, also dem Verhältnis von individuellem Handeln und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Gesundheitskommunikation in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen
Gesundheitskommunikation in einem klassisch gesundheitswissenschaftlichen Verständnis beschäftigt sich v.a. mit der Frage nach der Qualität von Gesundheits-Informationen. Eine deutlicher sozialwissenschaftlich ausgerichtete Gesundheitskommunikationsforschung versteht die durch Kommunikation gestalteten Beziehungen ganz grundsätzlich als essentielle Bedingung für das Entstehen und Vergehen von Krankheit und Gesundheit. Dies gilt sowohl für die personale Ebene der Face to Face Kommunikation als auch für die gesellschaftliche Produktion von Gesundheits- und Krankheitsdiskursen und ihre Folgen.

Gesundheitliche und soziale Lage marginalisierter Gruppen
Hierbei geht es um die empirische Erforschung der sozialen und gesundheitlichen Lage und damit auch der Risiken und Ressourcen unterschiedlicher, besonders marginalisierter Gruppen. Erst auf der Basis solcher grundlegender Forschungen zur Lage und zu den Bedürfnissen der entsprechenden Gruppen, lassen sich angemessene Interventionen entwickeln.

Gesundheit in Strafvollzug und Kriminalpolitik
Dieser Forschungsbereich umschließt einerseits Fragen, wie sich die gesundheitliche Lage sowie die gesundheitlichen Bedarfe und Bedürfnisse von Inhaftierten darstellen und wie Gesundheit auch im Strafvollzug erhalten und gefördert werden kann; andererseits interessieren wir uns dafür, wie eine weniger gesundheitsabträgliche Bearbeitung strafrechtsrelevanter Konflikte zu gestalten sein könnte.

(Dis-)Ability-Studies
Bei (Dis-)Ability-Studies handelt es sich um eine interdisziplinäre Wissenschaft, die „Behinderung“ vor allem als eine soziale und kulturelle Konstruktion und nicht allein als körperlich-medizinisches Phänomen begreift. (Dis-)Ability Studies beschäftigen sich dabei u.a. mit normativen Diskursen zum Verhältnis von Behinderung, Krankheit und Gesundheit, aber auch ganz konkret mit Ausgrenzungsmechanismen (etwa im Gesundheitswesen) sowie der Entwicklung von alternativen Modellen des gesellschaftlichen Umgangs mit Behinderung bzw. körperlichen Abweichungen.