Abteilung 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung

Die Arbeit der Abteilung 3 "Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung (iap)" ist deutlich an gesellschaftlich und politisch hoch relevanten Fragen und hinsichtlich ihrer Empfehlungen ergebnis-, lösungs- und zukunftsorientiert ausgerichtet. Als eine der ersten bundesweit tätigen Forschungseinrichtungen zum Thema Pflege, wurde das frühere Institut für angewandte Pflegeforschung (iap) Anfang 1996 im Fachbereich 11, Human und Gesundheitswissenschaften, an der Universität Bremen eingerichtet. Im Februar 2005 wurde das fachübergreifende Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) neu gegründet. Das ehemalige Institut für angewandte Pflegeforschung (iap) bildet nunmehr innerhalb des IPP die Abteilung 3 "Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung (iap)". Derzeit verfügt die Abteilung über 14 Mitarbeiter/innen aus den Bereichen Pflegewissenschaft, Gerontologie, Public Health und Soziologie. Die Besonderheiten und Stärken der Abteilung bestehen in ihren starken fachlichen und methodischen Kompetenzen, ihrem hohen Anwendungsbezug und in ihrer ausgeprägten Service- und Kundenorientierung gegenüber den Auftraggebern, eine Eigenschaft, die vielfach bei wissenschaftlichen Instituten nach wie vor vermisst wird.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Die Forschung der Abteilung 3 "Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung" kann auf über 50 Referenzprojekte verweisen, die u.a. von Bundes- und Landesministerien, der EU, Kommunen, Stiftungen sowie Verbänden, Kranken-, Pflegekassen und Versorgungseinrichtungen in Auftrag gegeben wurden. Unsere Studien erfassen, analysieren und bewerten vor allem Probleme, die sich mit den Folgen des demographischen Wandels, des Fachkräftemangels, der Entwicklung innovativer, zukunftsorientierter Versorgungsszenarien, und entsprechender Steuerungsinstrumente wie Versorgungsmix und Qualitätsindikatoren sowie Expertenstandards befassen:

  • Entwicklung und Evaluation neuer Versorgungsformen und innovativer Dienstleistungsangebote zur Prävention und Erhaltung der Selbständigkeit von älteren Menschen (Sozialraumbezug) incl. Neudefinition von Qualitätsindikatoren und neuen Instrumenten des Qualitätsmanagements
  • Entwicklung und Evaluation von zukunftsfähigen kommunalen Konzepten der Versorgungsorganisation bzw. Prozesssteuerung (incl. Softwareentwicklung)
  • Entwicklung und Evaluation neuer Care-Mix-Konstellationen und Versorgungsmix-Szenarien und deren Auswirkungen auf die Versorgungsqualität
  • Entwicklung und Evaluation neuer Professionalisierungsstrategien und Handlungsfelder in den Gesundheits- und Pflegefachberufen (Begleitung von Modellversuchen, Bundesweite Online-Befragungen von Ausbildungsstätten)

 

Eine neuer, im Aufbau befindlicher Arbeitsschwerpunkt „Disaster Management Research“ wird sich der Frage weltweiter Katastrophen – Natur- und von Menschen gemacht – widmen. Dazu gehören die humanitären Folgen von Klimakatastrophen ebenso wie von Kriegen und Flüchtlingsströmen. Es bestehen u.a. Kooperationen zu Japan, Südkorea, China und Kanada.

Besonderheiten und Stärken in der Lehre

In der Lehre folgen wir dem Prinzip des „Forschenden Lernens“ und versuchen, Forschung und Lehre konsequent miteinander zu verbinden. Dies erfolgt über die systematische Einbeziehung von evidenzbasierten Studienergebnissen und PraxisreferentInnen in die Lehre sowie von Studierenden in Forschungsprojekte. Die Praktika der Studierenden entsprechen dem Prinzip eines Projektstudiums, in dem entweder ein Forschungs- oder Interventionsprojekt durchgeführt werden muß. Die Lehre orientiert sich an Methodenvielfalt und Aktualität der Lehrinhalte, u.a. durch die Nutzung moderner Medien wie etwa Videoclips aus Youtube. Wir sehen es auch als unsere Aufgabe an, die existierenden Studiengänge weiterzuentwickeln. So wurde der bisherige Master Public Health/Pflegewissenschaft abgelöst durch eine spezifische Schwerpunktsetzung im Bereich Community and Family Health Care. Für die Bundesrepublik Deutschland wird damit ein nahezu einzigartiges pflegewissenschaftliches Masterangebot vorgelegt.